Friese 

Friesen
-   Die schwarzen Perlen Frieslands -


Christoph mit Eeuwe


Angela mit Gerrit

Der Friesenrappe, ein temperamentvolles und gehfreudiges Pferd, verrät durch erhabenes Trabvermögen, gewölbtem hoch angesetzten Halsaufsatz und edle Kopfform auf Anhieb den Bluteinfluss seiner spanischen Vorväter. 

Friesische Pferde wurden schon von den Römern geschätzt, deren Legionäre sie auch nach England (1. Jh. n.Chr.) einführten. Dort beeinflussten sie den Clydesdale, das Dales- und Fellpony und das mittelalterliche Great Horse (später Shire-Horse). 

Während der Kreuzzüge (ca. 11.-14. Jh.) war der Friese als starkes, prachtvolles Ritterpferd wegen seines schnellen, energischen Trabes mit hoher Knieaktion begehrt. 

Die Spanier brachten während ihrer Besetzung der Niederlande im Achtzigjährigen Krieg (1568-1648) viele ihrer hervorragenden Pferde mit, welche den einheimischen Schlag der ostfriesischen Pferde weiter veredelten.

Im 18. und 19. Jh. waren die Friesen auch im Ausland sehr gefragt. Beispielsweise hinterließen sie Zuchteinflüsse im dänischen Frederiksborger und im habsburgischen Kladruber. Sie wurden auch in den Oldenburger sowie den englischen Norfolk-Trotter eingekreuzt. Über letzteren floss friesisches Blut in das Morgan Horse ein. Auch wurden ihre Qualitäten als imponierende Kutschpferde und als "Harddraver" (= "Schnelltraber") in Trabrennen hoch geschätzt. So gelangte auch in die russischen Orlow-Traber über den Gründerhengst Bars I, der aus einer Friesenstute gezogen wurde, friesisches und indirekt spanisches Blut, das sich in der enormen Ausdauer, dem mächtigen, gut aufgesetzten Hals, dem üppigen Langhaar, dem subkonvexen Stirn-Nasenprofil und der hohen Aktion dieser Pferde bemerkbar macht. 

Seit 1880 entwickelte sich in den Niederlanden ein systematisches Zuchtgeschehen. Nachdem der Zucht zu Beginn des 20. Jh. fast der Untergang drohte, konnte ihr von engagierten Liebhabern Mitte des 20. Jh. glücklicherweise wieder zu neuem Aufschwung verholfen werden. Seit 1954 darf der Zuchtverband in den Niederlanden den Titel "Königlich" führen.

Heute sind die beeindruckenden Rappen mit ihrem üppigen, gewellten Langhaar und den spektakulären, sehr erhabenen Bewegungen im Fahrsport und als Dressur- und Freizeitpferde hoch geschätzt.

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